between joy and deep grief

Über Unterschiede

 

 

Es gibt Unterschiede zwischen den Menschen, wie sie jedermann bekannt sind. Diese Unterschiede sind nicht nur lapidar, sondern maßgeblich für unser Tun und Denken sowie unser Verhalten gegenüber anderen Mitmenschen. Trennt man Menschen in die klassischen Kategorien, wie es allseits verständlich ist, so erhält man die simplen Kategorien "Gut" und "Böse". Menschen lassen sich aufgrund ihrer Art und Weise Dinge zu benennen, Handlungen auszuführen und mit anderen Menschen umzugehen, in diese Kategorien - für jedermann nachvollziehbar - einordnen.

Doch ein genauerer Blick zeigt, dass Menschen nicht punktuell bestimmtbar sind, sondern einem ständigen Entwicklungsprozess unterliegen, sodass die genannten zwei Schemen zu unterscheiden, mehr noch - aufzubrechen - sind.

 

Die Würdigsten unter ihnen sind die guten Menschen. Und zwar gut in ihrem Tun, Fühlen und Handeln. Sie üben diese menschlichen Disziplinen nach bestem Gerechtigkeitssinn gegenüber Anderen, aber auch sich selbst aus. Dass sie "gut" sind und als solches auch anerkannt werden, impliziert, dass sie immer schon gut waren. Ihre Entwicklung ist also stets von dem Gedanken getragen, mit sich selbst, seinen guten Vorstellungen und Ideen im Reinen zu sein (wenn man von gelegentlichen Abweichungen, wie sie jeder einmal erlebt, einmal absieht). Sie sind Vorbilder, die als solches von anderen Menschen erkannt werden, ohne dass sie dies selbst hervorbringen müssten. Ihr Charakter und ihre Seele ist unveränderbar gradlinig in ihrer Eigenheit, Gutes zu tun und zu fühlen.

 

Von diesen guten Menschen zu trennen, sind die, die gut geworden sind. Auch sie handeln aus guten Einsichten und Erkenntnissen, die  vorher aber von einer "schlechten" Handlungsweise geprägt waren. Ihr grundlegender Charakter des scheinbar "Schlechten", der sich zu Beginn ihrer Entwicklung gezeigt hat, wurde durch gute Erfahrungen (vielleicht mit "unveränderbar" guten Menschen) gewandelt. Ihre neuen Einsichten bestehen nun darin, Gutes zu tun für sich selbst und Andere, ähnlich der grundlegend guten Menschen. Sie sind nicht gefeit davor, sich wieder (durch Begebenheiten o.Ä.) zu wandeln, aber ihre Eigenschaften gehen in die Richtung, den Menschen um sich herum, sowie sich selbst im bestmöglichen beizustehen. Diesen Menschen muss ihr Tun anerkannt werden. Der lange Prozess des Wandelbaren greift tief in die Seele des Einzelnen. Diese Menschen besitzen Kraft und Mut und die Fähigkeit an sich zu glauben.

 

Eine andere Sorte spielen hingegen die gurndauf bösen Menschen. Ähnlich wie die Guten haben sie einen permanent-grundlegenden Charakter, der für sich genommen unwandelbar ist. Sie haben ihre Vorsätze, glauben an ihre Einsichten und Überzeugungen. Das, was sie fühlen und tun empfinden sie in ihren Augen als gut. Eine positive, reine Zuwendung gegenüber anderen, fremden Menschen wird kaum ausgeführt. Dennoch gehört zu ihren Eigenschaften eine tiefe Überzeugung in der Seele. Sie bleiben ihren Grundüberzeugungen treu. Sie verraten sich nicht, da sie es, wenn sie es tun würden, aus falscher Überzeugung heraus tun würden. Da ihre Seele unwandelbar ist, können sie nicht zu den "veränderten Guten" wechseln: Menschen, die unter einem normalen Verständnis als "schlecht" gezählt werden würden, haben keine Bestrebungen ein "gutes" Wesen vorzutäuschen. Und ein anders Anliegen, als die Täuschung, kann eine Wandelbarkeit ihrer Seele nicht begrüunden. Diese Menschen ändern zu wollen, hieße ihnen (aus ihrer Sicht) falsche Überzeugungen aufzudrängen. Für sich betrachtet verfolgen diese Menschen ihre grundüberzeugenden Ziele, die, wenn auch nicht für die Allgemeinheit der Menschen, so doch für sie selbst, bedeutend sind.

 

Die letzte Sorte der Menschen sind die, die einmal gut waren. Gut, indem sie nach ihren Überzeugungen und Einsichten gehandelt haben. Gut, indem sie an ihre Mitmenschen und dann erst an sich selbst gedacht haben. Offen und ehrlich gehandelt haben - den Prinzipien der durachaus guten Menschen folgend. Ihr Charakter ist allerdings labil und veränderbar. Sie sind falschen Überzeugungen gefolgt, von denen sie wussten, dass sie falsch waren. Aber ihre falschen Handlungen haben sie trotz ihrem eigentlich richtigen Bewusstsein ausgeführt. Sie sind sich selbst und ihren richtigen Überzeugungen nicht treu geblieben, wodurch sich ihr Charakter gewandelt hat. Sie verfolgen dadruch die falschen Prinzipien und Einstellungen. Diesen Menschen sollte kein Vertrauen entgegengebracht werden. Auch des Respekts sind sie nicht würdig. Sie kennen die Ausmaße ihres Handelns und Wissen über seine falsche Beschaffenheit. Sich erneut zu wandeln bedarf eines hohen Aufwandes, den sie meist nicht meistern können, da sie sich an die Leichtigkeit von Lügen und Misstrauen angewöhnt haben. Eine Wandelbarkeit ist nicht ausgeschlossen, aber durchaus schwierig.

 

Oft zu schwierig.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

8.2.10 15:07

bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)


 Smileys einfügen